Homeway Verkabelung in unserem Hanse Haus

Als Internet-affiner Bauherr freute ich mich insbesondere auf die Homeway-Verkabelung in unserem neuen Hanse Fertighaus. Endlich Schluss mit langsamer Datenübertragung auf USB 2-Niveau per Wlan und oder Powerlan von und zum NAS-System / zentrale Festplatte mit allen Filmchen, Bildern und Serien. Wir ließen alle relevanten Räume vorab verkabeln, in den Kinderzimmern kamen aus Kostengründen vorerst aber nur Leerdosen ohne-Einsatz – zum Einsatz. Alle Anschlüsse führen zum Technikraum für die weitere Verteilung und den Anschluss ans Internet. Dabei werden alle Räume entweder per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden. Oder, wie in unserem Fall. falls der Router zu wenig Steckplätze aufweist, mit einem Netwerk-Switch verbunden (s. Foto).

Homeway: Der Teufel steckt im Detail

Dann erst mal die Ernüchterung. Mit mageren 9-11 MB / Sek quälten sich die Dateien von Zimmer zu Zimmer. Trotz neuem Gigabyte-Switch und Cat7 Netzwerkkabeln. Das packt auch ein modernes WLan-System. Aber nach etwas Recherche weiß ich inzwischen auch warum: Um die volle Bandbreite nutzen zu können müssen alle 8 Adern eines Kabels für eine Gigabyte-Verbindung verwendet werden. Ich hatte aber einen Homeway Doseneinsatz mit 2 Netzwerksteckern gewählt; bei der Bemusterung bei Hanse Haus wurde auch nicht darauf hingewiesen sondern nur mit der Zukunftssicherheit und enormen Bandbreite / Durchsatz geworben. Möchte man die Geschwindigkeit der Homeway-Verkabelung voll ausreizen, so darf es nur eines Einsatzes für nur einen Netzwerkstecker. Kein Doppelanschluss! Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass die auch deutlich günstiger als bei Hanse Haus erhältlich sind. Allerdings verlegt dieses Internet bekanntlich ja keine Kabel in den Wänden 😉

Wählt man also die schnellen Gigabyte-Verkabelung über Übertragungsraten von knapp 100 mb / Sekunde darf die Dose nicht einen zweiten Netzwerkstecker oder ein TV-Modul beinhalten. Für mich heißt das nun entweder andere Einsätze dazu kaufen, oder dafür sorgen dass die Komponenten PC / Laptops, NAS, Switch Drucker und Co. im selben Raum miteinander über den schnellen Switch verbunden werden. Andere Endgeräte wie der TV, Handys und Tablets sind in aller Regel ja nicht auf den Speed angewiesen oder profitieren davon nicht. Vorraussetzung dafür ist auch ein Switch, der auch GigaBit-Netzwerke unterstützt. Ich entschied mich daher für das Modell von Netgear GS108E-300PES 8-Port Smart Managed Plus Gigabit Switch, das darüber hinaus auch noch mit einigen angehmen Funktionen aufwartetet. Andere Geräte im Netzwerk, die nicht auf den vollen Speed angewiesen sind, wurden mit einem einfacheren Netgear Switch eingebunden. Hintergrund des Switches ist, das mit die ca. 4 LAN-Anschlüsse einer FritzBox oder SpeedPort-Routers in unserem Fall nie ausreichen; also musste eine andere Lösung her. Die kosten dafür sind geradezu lächerlich, wenn ich mich an meine ersten Half-Life LAN-Parties vor knapp 20 Jahren zurückerinnere. Die Geräte waren damals deutlich langsamer und  ungefähr 8 mal so groß und machten die Heizung nahezu überflüssig. Da merkt man, dass man alt wird! Die Hälfte der Zeit ein LAN-Party wurde damals mit der Konfiguration von Windows 98-Systemen vergeudet; heute heiß es zum Glück einstöpseln und loslegen.

 

 

 

Tipp an alle angehenden Bauherren

Allen Bauinteressenten würde ich daher raten sich die Homeway-Vorbeitung zu gönnen. Das heißt, Leerdosen setzen lassen und Kabel in den Wänden ziehen lassen. Die Einsätze einfach selbst kaufen; da spart man schnell ein paar hundert Euro. Die Einsätze habe ich eh zusammen mit unserem Bauleiter am Tag der Abnahme selbst montiert; ist im Grunde selbsterklärend und schnell gemacht.

 

Update vom 31.07.2018: Nun deutlich schneller

Ich wollte noch berichten wie sich die Umstellung der Homeway-Module auf die Geschwindigkeit der internen Dateiübertragung ausgewirkt hat. Anbei ein Foto des alten und des neuen Moduls zum Vergleich. Es muss also nicht die komplette Einheit mit Rahmen gewechselt werden, sondern nur der Einsatz.  Zeitaufwand ca. 2 Minuten pro Dose.

Homeway-Moduleinsätze im Vergleich

Links: alter Einsatz mit 2 Netzwerksteckern und nur 100 MBIT, rechts: Solo-Modul mit voller Bandbreite

Ich wechselte besagte Homeway-Einsätze gegen welche mit nur einem RJ45-Anschluss / Netzwerkstecker belegt sind. Alle 8 Adern des Kabels kommen nun der einen Leitung zugute. Dadurch stieg die Geschwindikeit von PC auf mein betagtes NAS von Western Digital von angesprochenen ca. 11 MB auf etwa 25 MB pro Sekunde. Eine klare Verdoppelung der Geschwindigkeit! Ich denke auch dass hier noch etwas Potential nach oben gegeben wäre; der neue Flaschenhals scheint meiner Meinung nach derzeit die Schreibgeschwindigkeit meines 5-Jahre alten NAS-System mit klassischen Festplatten zu sein. Tests mit einer SSD folgen hoffentlich bald mit neuer Hardware 😉  Die Homeway-Einsätze gab es für den Preis von 16,90 € ggf. plus Versand beim örtlichen Amazon-Store Ihres Vertrauens im Internet. Bitte beachtet, dass sämtliche Speed-Optimierungen natürlich ins Leere laufen wenn euer Switch oder angeschlossener DSL-Router an seinen Anschlüssen nur 100 Mbit leistet. Die FritzBox drosselt u.U. den Speed um Energie zu sparen (ist eine aktivierbare Funktion, normalerweise nicht aktiviert). Da ich aber eh noch leerbestückte Homeway-Dosen im Obergeschoss hatte viel mir der die Nachrüstung einzelnen Module nicht schwer.

13 Gedanken zu „Homeway Verkabelung in unserem Hanse Haus

  1. Hallo! Das Problem lässt sich umgehen, indem die HomeWay-Kabel in „zweifacher“ Ausfertigung verlegt werden. Wird dann aber teurer, logisch.

    Falls hier einer mitliest: lasst den HomeWay-Quatsch weg und lasst euch Leerrohre verlegen. Durch diese zieht ihr dann selbst Dual-Cat.7-Kabel von der Rolle (ca. 300€ / 500m) und lasst vom Elektriker eures Vertrauens die Kabel im HWR an ein Patchfeld anschließen. Patchfelder mit guter Qualität gibt’s für ~30€ im Netz. Einen dann passenden Switch kauft ihr noch dazu. Der darf dann ruhig mehr kosten, der hat ja die ganze Arbeit. Der Switch wird dann mit dem Router/Modem verbunden und fertig. Wenn ihr die Kabel nicht selbst in den Dosen anklemmen möchtet, hilft auch hier der Elektriker. Am Ende habt ihr bei einem Dual-Cat.7-Kabel zwei Anschlüsse je Dose mit jeweils 1GBit/s und, wenn Patchfeld und Switch irgendwann mal gewechselt werden, die Option für ein Upgrade auf 10GBit/s.

    Und in vielen, vielen Jahren tauscht ihr die Cat.7-Kabel durch Cat.8- oder Cat.9-Kabel aus und habt dann 40GBit/s oder noch mehr. 😉

  2. Hallo Tom,

    da gebe dir vollumfänglich recht; hinterher ist man immer schlauer. 😉
    Denke die Notwendigkeit des Verlegens eines SAT-Kabels sprich TV-Moduls, nimmt auch jedes Jahr deutlich ab. TV-Programme und Radio bekommt man zur Not vermehrt auch per App oder Videothek. Also reicht ein eine CAT- / LAN-Verkabelung völlig aus und man spart eine Menge und kann zudem durch Eigenleistung punkten. Im Nachhinein bereue ich es auch den Werbeversprechungen von „zukunftssicher, 10 Gibabyte-Netzwerk“ aufgesessen zu sein da wir über die Einschränkungen von Hanse Haus nicht aufgeklärt wurden (und es selbst auch versäumt hatten gründlich zu recherechieren, zugegeben).

  3. Gut zu wissen.
    Wenn ich dich richtig verstanden haben ist die Dose komplett leer nur das eine LAN 10 GbE Modul ist eingesetzt. Nichts weiter, kein zweites LAN, auch keine TV Module – nur dann funktionierts mit den 10 GbE.

  4. hallo – ich freue mich, diese Seite gefunden zu haben.

    Wir haben auch vor, demnächst mit HanseHaus Pläne zu schmieden – dabei wurde uns auch schon die Homeway-Lösung präsentiert. Allerdings wurde ich auf den zweiten Blick skeptisch – und sehe es im Prinzip so wie Tom.

    Dennoch noch eine allgemeine Frage:
    wie würdet ihr die Verkabelung im Gesamten vornehmen – also wieviel Lan-Dosen + Sat/Telefon-Dosen/Anschlüsse pro Zimmer (2 Kinderzimmer, Schlafzimmer, Arbeits/Gastzimmer, Wohnzimmer)?

    Vielen Dank

    1. Hallo! Ich würde euch empfehlen in alle der angesprochenen Zimmer reine Netzwerk-Kabel zu ziehen (oder ziehen lassen). Später könnt ihr selbst entscheiden was ihr in welchen Zimmer braucht (TV, SAT). Ich denke SAT stirbt eh aus wenn flächenddeckend und zunehmend schnelles Internet zur Verfügung steht (IP-TV). Falls das Gästezimmer wirklich nur für Gäste ist könnt ihr das auch ausklammern und euren Besuchern bei Bedarf einen Zugang zum Gast-Wlan-Netzwerk geben. Viele Grüße und Erfolg bei eurem Bauvorhaben!

  5. Hallo,

    wir sind momentan ebenfalls in der Hausbau-Plan-Phase und am überlegen Homeway zu „verbauen“.
    Nun bin ich kein Techniker und kenne mich nicht aus mit der Thematik. Daher die Frage, ob ich das so richtig verstanden habe:
    wenn man Homeway nutzt und in einer Dose alle 4 verschiedenen Stecker (TV, Radio. LAN und Telefon) hat, Dann kommt nicht die volle Leistung an. Um die volle Leistung zu erhalten, sollte man sich pro Dose für einen „Stecker“ entscheiden?
    Wenn man in Zukunft kein SAT mehr braucht, wie schaut man dann TV? Benötige ich dann überhaupt eine Satellitenschüssel oder mach ich das besser anders?
    Wir bauen mit Schwörer Haus.

    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe 🙂

    1. Hallo Dani,

      ja, da i.d.R. zu jeder Homeway-Dose nur ein Homeway-Kabel verlegt wir teilen sich diese 4 Dienste auch die zur Verfügung stehende Bandbreite. Hört sich dramatisch an, wird aber für 95 % der Anwender irrelevant sein. Die Leistung reicht allemal um parallel z.B. Fernsehen zu schauen und gleichzeitig im Internet zu surfen. Erst wenn du öfters gerne größere Dateien wie z.B. Full-HD / 4 K-Filme von A nach B schickst oder z.B. ein automatisches Backup einer Festplatte machst wird man diese Art der Drosselung bemerken. Je nachdem wo du baust hast du bereits einen schnellen Internetzugang; da könntest du dir überlegen ob du dir das Radio- und TV-Programm nicht einfach auch per Telekom-Leitung oder Kabel ins Haus holst. Eine „einfache“ Verkabelung über Netzwerkkabel würde dann reichen. Diese Variante spart zudem die Sat-Schüssel und den Masten auf dem Dach (war bei mir leider nicht möglich).

      Viele Grüße, bei Schwörer in Oberstetten waren wir auch einen Tag

      1. Vielen Dank für die Antwort!
        Der Gedanke, über Internet TV zu schauen ist uns auch schon durch den Kopf… Wenn man sich die Kosten für ne SAT-Anlage anschaut kann man gut 20 Jahre über die Telekom TV schauen… Man müsste da mal in die Zukunft sehen können.

  6. Ich hänge mich hier einmal kurz rein. Plane gerade ebenfalls ein Haus und bin mir noch unschlüssig wie ich es machen soll.
    Sat vs. Kabel fürs TV.
    Eigentlich könnte man ja auf alle Anschlüsse verzichten und nur LAN Kabel verlegen, für jede Dose/Anschluss eins, für die Geschwindigkeit. Sowohl Sat/Kabel TV als auch Radio etc. kann man ja übers Internet beziehen. Sat würde ich dennoch über eine Schüssel machen, falls ich mich gegen einen Kabel Anbieter entscheiden sollte.
    Telekom ist mir mit der Bandbreite zu unsicher.

  7. Clever das sollte auf jeden Fall für Speed sorgen. Hast du eine Einschätzung wie viele Geräte bei euch zugreifen ? Das hat bei uns trotz schneller Leitung teilweise für Probleme gesorgt, wenn über 6 Geräte aktiv waren. Erklären können wir uns das aber nicht.

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