Auswahl des Fertig­haus-Anbieters: Vor­überleg­ungen und Vergleichs­kriterien

Wie fleißige Leser unseren Baublogs bereits wissen haben wir uns final für Hanse Haus bei der Auswahl des Fertighaus-Anbieters entschieden; wie es dazu kam und welche Fertig­haushersteller bei unserem (subjektiven) Vergleich noch mit-im-Rennen waren wollen wir euch heute verraten. Und natürlich auch, warum der eine oder andere Anbieter letzten Endes nicht zum Zug kam.

Vorüberlegungen bei der Auswahl des Fertighaus-Anbieters

Ab dem Zeitpunkt als wir ein Grundstück in Aussicht hatten begann die Suche nach einem geeigneten Hersteller / Anbieter unseres Hauses. Dabei hatten wir uns nicht zwangsläufig auf ein Fertighaus eingeschossen; auch das Bauen Stein auf Stein besaß durchaus seinen Reiz; viel aber aufgrund unserer individuellen Rahmenbedingungen schon bald durch das Raster. Wir einigten uns darauf nur mit maximal 3 potentiellen Anbietern konkrete Verhandlungen zur führen; mussten also vorab gut aussieben.

 

  1. Geschwindigkeit: Zu diesem Zeitpunkt wollten wir aufgrund einer angespannten Situation mit unseren Mitmietern möglichst schnell ausziehen; ein abermaliges Umziehen angesichts reifender Baupläne würde nur Eigenkapital vernichten. Zwar ist der tatsächliche Zeitgewinn beim Bau eines Fertighauses in Wirklichkeit nur etwas kürzer als  bei massiver Bauweise, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen.
  2. Möglichst schlüsselfertig. Da wir zwei kleine Kinder im Haushalt haben und die potentiellen Helfer eine weite Anfahrtsstrecke haben und alle nicht vom Fach sind würde ein Ausbau-Haus deutlich mehr Zeit sowie unkalkulierbare Risiken darstellen. Ebenso gefiel uns der Gedanke möglichst wenige Schnittstellen und unterschiedliche Gewerke koordinieren zu müssen. Reine / hauptsächliche Anbieter von Ausbauhäuser fielen uns somit durchs Raster, ebenso zeigten sich die angefragten Massiv-Anbieter meist wenig kooperativ wenn man möglichst vieles aus einer Hand haben wollte.
  3. Bewertungen / Erfahrungsberichte / Vergleich-Tests. Wir als Generation Y / Millennials sind es gewohnt sich vor wichtigen Entscheiden vorab im Internet zu informieren und Tests und Bewertungen zu sichten. Durch meine Erfahrung im Online-Bereich wage ich auch zu behaupten einen Großteil an Fake-Bewertungen und Hersteller-initiierten Pseudo-Baublogs und Erfahrungsberichte zu erkennen. Meist reicht schon ein Blick ins Impressum, eine Domaininhaber-Abfrage bei der Denic oder das Eingeben von Textpassagen in Suchmaschinen um Duplikate an Texten / Kommentaren und dergleichen zu erkennen. Mit großem Interesse lasen wir den Fertighausanbieter-Vergleich von Focus Money; wo eine regelmäßig aktualisierte Bewertung / Übersicht anhand unterschiedlichler Kriterien erscheint – ohne jedoch deren Objektivität jedoch wirklich kompetent beurteilen zu können. Beruflich erhalte ich regelmäßig Angebote zur Platzierung von Werbung auf dem Mutter-Portal; so dass ich deren Seriosität / Unabhängigkeit nicht mit letzter Gewissheit einzuschätzen vermag.
  4. Besichtigung von Musterhäusern, dazu reisten wir mehrfach nach Fellbach sowie in die Musterhaus-Austellung in Mannheim. Um die knapp-bemessene Zeit angesichts strikter Kindergarten-Öffnungszeiten möglichst effektiv nutzen zu können machten wir uns vorab Pläne welche Häuser und Anbieter besichtig werden sollten. Überzeugte uns ein Haus von Außen auch (nicht zu altbacken), kam es ebenso in Betracht.
  5. Gespräche mit Vertrieblern / Handelsvertretern gaben vermutlich  den Ausschlag. Man merkt im Verlauf einiger geführter Gespräche bereits recht schnell wo auf eine schnelle Unterschrift gedrängt wird. Wir schilderten die (meist) Handelsvertreter mit unseren Wünschen und den Besonderheiten unseres Grundstücks und den Bauvorschriften der Stadt Knittlingen. Leider wurde hier zu 90% offensichtlich, dass das nicht unbedingt zu Ihren Stärken gehört; vielmehr wurde man auf anschließende Gespräche mit Architekten und Planern vertröstet die sich der Besonderheiten (natürlich nach geleisteter Unterschrift) annehmen würden.  Meist wurde versucht uns mit Standard-Grundrissen abzuspeisen und unseren Sorgen / Nöte klein zu reden. Hatte man einiges an Zeit investiert oder die Verhandlungen waren schon recht fortgeschritten wurde versucht durch angeblich befristet abrufbare Rabatte den Sack zu zumachen. Kennt man ja vom Gebrauchtwagen-Markt; leider ist das vertriebliche Niveau bei den meisten Fertighaus-Herstellern auch nicht unbedingt viel höher 😉 Den absoluten Negativ- Höhepunkt erlebten wir leider als die Konkurrenz gezielt schlecht geredet wurden. Seitenhiebe auf technische Besonderheiten wie ein eher harmlosen „die verputzen nur ab Werk“ sind eher die Ausnahme. Behauptungen wie   „… die haben Probleme mit Schimmel“  oder gar „… die leben hauptsächlich von Stornierungen“ sind nicht gerade harmlos; wir erlebten auch, dass gezielt Gerüchte / Zweifel über die Liquid einzelner Konkurrenten gestreut wurden („die stehen kurz vor der Insolvenz“). Ein solches Geschäftsgebaren gehört sich nicht und disqualifiziert ( wie in unserem Fall) nebenbei auch direkt; zumal wenn die Behauptungen an den Haaren herbeigezogen waren.

 

Welche Anbieter waren im Rennen?

  1. Bien Zenker aus Schlüchtern. Uns gefiel die moderne Architektur und die schönen Musterhäuser. Wir verbrachten auch viel Zeit im direkten Gespräch und waren recht weit fortgeschritten; auch Hilfe bei der Finanzierung wurde uns über einen kooperierten Kreditvermittler angeboten. Wir besuchten verschiedene Musterhäuser und lernten mehrere Vertreter kennen. Wir zogen jedoch die Notbremse als sie den Sack mit einem „einmaligen“ Rabatt für Schnellentschlossene zumachen wollten ehe wir einen konkreten Grundriss für unser Haus gezeigt bekamen. Zudem konnten keine konkreten Kosten genannt werden sondern nur „Hausnummern“; mit Verweis auf etwaige Kostenänderungen durch Statiker.
  2. Haas Fertighaus aus Falkenberg. Der Anbieter hat einige echte „Perlen“ im Portfolio und lockt potentielle Bauherren sowohl mit modernen als auch klassischen Baustielen. Angetan waren wir bei der Besichtigung der Häuser vom innerhäuslichen Klima und der Tatsache, dass Haas Fertighaus zu diesem Zeitpunkt bereits KfW 40 als Standard vertrieb, während bei der Konkurrenz lediglich KfW 55 ohne Aufpreis möglich war. Absolut positiv empfanden wir, dass der Vertreter als einer der wenigen sich die Zeit nahm um den reservierten Bauplatz einmal selbst in Augenschein zu nehmen. Wir entschieden uns jedoch gegen das Angebot da es ca. 25.000 Euro über den anderen lag. Dennoch denke ich weiterhin, dass das resultierende Haus qualitativ höchsten Ansprüchen genügen würde.
  3. Fertighaus WEISS aus Oberrot-Scheuerhalden. Optisch ansprechende Häuser lockten uns zu diesem Anbieter; absolut positiv empfanden wir die Transparenz; bereits beim ersten Gespräch erhielten wir eine tabellarische Übersicht über die Zusammenstellung der Kosten, welche sich aber im oberen Mittelfeld bewegten: Leider konnten wir auch nur wenig an Erfahrungsberichten finden da die Firma wohl einen eher regionalen Schwerpunkt aufweist. Die Vertretern aus Fellbach verhielt sich jedoch einwandfrei uns hinterließ einen positiven und kompetenten Eindruck. Auch hier denken wir, dass Fertighaus WEISS bei Auswahl des Fertighaus-Anbieters zurecht oben mitspielt.
  4. Hanse Haus aus Oberleichtersbach hatten wir mangels ansprechender Häuser in den Fertighaus-Austellungen erst gar nicht bei der Auswahl des Fertighaus-Anbieters auf dem Schirm. Das positive Abschneiden beim Fertighausanbieter-Vergleich bei Focus Money bewegten uns aber dazu einen Katalog zu bestellen (nicht von der schrecklichen Serifen-Schrift auf der Webseite abschrecken lassen). Die Verkaufsunterlagen von Hanse Haus waren ganz klar ein Level besser und informativer als bei der Konkurrenz, auch die vorgestellten Grundrisse überzeugten. Ein Termin mit dem Vertreter offenbarte eine neue Überraschung; er riet uns von aufpreispflichtigen Spielereihen wie Erkern und anthrazit-farbenen Fenstern ab um den Hauspreis nicht künstlich in die Höhe zu treiben. Und der kam persönlich vorbei; ein dickes Plus für angehende Bauherren mit Kindern; währen man bei anderen schon froh sein kann nach einer 90-minütigen Anfahrt zum Musterhaus einen Kaffee gereicht zu bekommen. Nach zwei Treffen bei uns Zuhause und einer transparenten Kostenaufschlüsselung unterschrieben wir. Das war ca. im Juli 2016.

Was gab den Ausschlag bei der Auswahl des Fertighaus-Anbieters?

Sicherlich entscheidet das „menschliche“ in Form des zuständigen Vertreters zum großen Teil mit. Wir besichtigen unterschiedliche Musterhäuser mit verschiedenen Vertretern desselben Fertighaus-Anbieters und verließen sie mit gänzlich anderen Eindrücken. Die Auswahl des Fertighaus-Anbieters pro Hanse Haus machten sicherlich das positive Abschneiden als „fairster Fertighausanbieter“ bei Focus Money (hier der Link) als auch die Tatsache einer gewissen Kostentransparenz. Der Ausblick auf Hilfe bei der Finanzierung (ging leider absolut in die Hose, später dazu mehr) und individuelle Hilfe durch einen in unserem Auftrag agierenden Architekten wiegten uns in einer Sicherheit, die wir andernorts vermissten.

Anmerkung: Wir informierten die anderen Fertighaus-Anbieter mit denen wir uns in der Angebots-Phase befanden; erhielten jedoch in keinem Fall eine Rückantwort. Lediglich ein paar FInanzierungsvermittler witterten noch den Hauch einer Chance; auch wenn deren Haus-und-Hof-Anbieter aus dem Rennen war.

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