Das Traum-Grundstück mit kleinen Tücken

Wir haben über ein Jahr ein passendes und idyllisches Grundstück und Bauplatz gesucht das zu unseren Vorstellungen passt. An den Wochenenden haben zahlreiche Grundstücke in einem Umkreis von ca. 250 km in Baden-Württemberg angeschaut. Meist verbanden wir das mit einem Ausflugsziel in der Region und planten entsprechende Routen via Google Maps mit kurzen Abstechern zu potentiellen Bauplätzen. Man stellt es sich so einfach vor doch leider sieht das in der Realität ganz anders aus. Die perfekten Grundstücke sind immer schon unter er Hand vergeben, bei Neubaugebieten gibt es oft schon lange Wartelisten auf ein Grundstück und Fotos sind manchmal sehr heimtückisch. Extreme Hanglagen werden kaum sichtbar dargestellt, die Umgebung wird abgeschnitten und die Texte dazu sind meistens total übertrieben  mit anderen Worten: man fährt gespannt zu dem inserierten Grundstück und absolut enttäuscht wieder nachhause. Abseits der Neubaugebiete sind die in Frage kommenden Bauplätze oftmals noch mit abzureißenden Gebäuden bebaut; ein für uns damals zu hohes Risiko, zumal wir ein typisches Neubaugebiet auch in Hinblick auf unsere Kinder favorisierten (Kinder- und somit Spielgefährtenanteil höher).

Kriterien bei der Bauplatz-Auswahl

Stadt oder Land?

Wiederverkaufswert und Wertzuwachs war eher ein nachrangiges Argument. Schließlich wollten wir kein spekulative Investition tätigen sondern den eigenen Lebensmittelpunkt definieren. Da wir beide in ländlicher Umgebung groß wurden und dennoch im Laufe des Lebens auch die Vorzüge und Nachteile städtischen Lebens Kennenlernen durften viel uns die Wahl zwischen kleinem Haus / Wohnung in der Stadt (ca. 3.000  €/qm), dem Stuttgarter oder Karlsruher Speckgürtel (ca. 500 €/qm) oder großzügigerem Grundstück auf dem „Land“ (ca. 200 €/qm) auch erstaunlich leicht. Eine Zeit lang dachten wir, dass es uns in die Täler / Hochebenen des Nordschwarzwaldes verschlagen würde. Attraktive Grundstückspreise und teilweise auch besondere Rabatte für zugezogene Familien mit Kindern und vollerschlossene Bauplätze klangen äußerst verlockend. Aber das Pendeln zur Arbeit / Kindergarten / Einkaufen sowie der Besuch durch Freunde und Familienangehörige im Winter sorgten dann doch für einige Bedenken die dafür sorgten uns vom dem Schwarzwald weg zu orientieren.

Entfernung zur Arbeitsstelle

Der Wegstrecke zur Arbeit: War ein Kriterium, empfinden wir aber als nachrangig gegenüber der Frage wo man leben will und seine Kinder groß zieht. Jobs kommen und gehen; vermutlich mehrmals bis das Haus abgezahlt ist. Der gefundene Bauplatz ist gut 70 km von der derzeitigen Hauptarbeitsstelle des Bauherrn entfernt; in der zu vorigen Mietwohnung war die Entfernung ebenso groß. Dank Homeoffice-Regelung stellt die Entfernung zwar eine Belastung dar, jedoch eine die zu bewältigen ist. Größere, potentielle Arbeitgeber gibt es sicherlich erst im Umkreis von 30 KM, im machbaren Radius der Jobauswahl, bewegen wir uns nun ziemlich „mittig“ zwischen den Regionen Karlsruhe, Heidelberg, Stuttgart, Pforzheim und Heilbronn. Wenn man hier keine Alternative für einen zukünfitgen Jobwechsel findet, dann vermutlich nirgendwo in Deutschland.

 

Das Grundstück in Knittlingen: das wird unser Bauplatz

Da in unserer Gegend zu der Zeit kaum Grundstücke inseriert waren haben wir angefangen die umliegenden Gemeinden ab zu telefonieren, ob Sie nicht noch ein Neubaugebiet eröffnen oder Grundstücke in Neubaugebieten frei haben. So sind wir dann nach Knittlingen gekommen, die Fauststadt hatte noch ein paar Blauplätze mit unserer Wunschgröße > 500 qm frei. Vermutlich da die freien Grundstücke teilweise nicht bei den großen drei der Immo-Online-Portale inseriert waren. Die Fauststadt mit den Stadtteilen Freudenstein-Hohenklingen und Kleinvillars liegt im Kraichgau / Grenze Stromberg-Heuchelberg und hat beschauliche 8.000 Einwohner. Noch am selben Tag haben wir uns die Bauplätze angeschaut und siehe da; unser Grundstück war gefunden. Als wir es zum ersten Mal gesehen haben dachten wir nur „Wow was für eine Aussicht“ und Idylle. Schönes Wetter trug vermutlich ebenso bei. Die Hanglage, die uns bis heute zu schaffen macht war uns kaum aufgefallen. In unseren Augen war es einfach nur perfekt! Wir haben nicht lange gefackelt und schon waren binnen 3-4 Wochen (neben der Bank) stolze Besitzer eines Bauplatzes.

Nach dem wir das Grundstück mit knapp 7 Hektar und traumhaften Weinbergblick gekauft hatten sind wir mit dem Fertighaus Vertreter von HAAS Haus zum Bauplatz gefahren und haben es angeschaut. Wir wollten wissen ob es hier möglich ist mit Bodenplatte zu bauen, da wir keinen Keller wollen. Er meinte gar kein  Problem da wird nur bisschen aufgeschottert es sei keine große Hanglage.

Nachdem wir uns für Hanse Haus entschieden hatten kam der Architekt ans Grundstück, als er es gesehen hatte war er nicht mehr so glücklich. Bodenplatte nur mit viel Ausgraben und großem Streifenfundament, in unsere Zufahrt passt keine Doppelgarage usw. aber mehr dazu bei Entwürfe.

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